December 16, 2020

Während wir schlafen, schwitzen wir pro Nacht rund 500 ml Flüssigkeit aus, das ist ganz normal. Dieser Schweiß gelangt in unsere Schlafwäsche, Matratze sowie Bettwäsche. Es gibt jedoch auch Menschen, die regelrecht schweißgebadet bereits nachts oder am nächsten Morgen aufwachen und merken, dass ihr kompletter Schlafanzug, Bettdecke und Matratze durchgenässt sind. Dabei sind die Betroffenen einen hohen Leidensdruck ausgesetzt. So müssen Bettzeug und Schlafanzug müssen viel öfter gewechselt und gewaschen werden als im Normalfall. Das ist nicht nur unangenehm - gerade unter nächtlichen Schweißattacken, die uns aufschrecken lassen, leidet auch die Schlafqualität. Gerade wenn wir nachts aufschrecken, wird eine der fünf Schlafphasen durchbrochen und der gesamte Schlafrhythmus gerät aus dem Gleichgewicht. Dabei ist ein ausgiebiger und ruhiger Schlaf doch so wichtig für unser körperliches und allgemeines Wohlbefinden, die Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit am Tag. Durch das nächtliche Schwitzen werden ebenso wichtige Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalzium sowie Salze ausgeschieden.

Die Wahl der richtigen Matratze kann für eine signifikante Linderung des nächtlichen, übermäßigen Schwitzens sorgen und dieses Problem in Einzelfällen sogar komplett lösen. Auch bei der Bettwäsche kann einiges beachtet werden, damit diese effektiv dem Schwitzen vorbeugt. Diese Attribute bringen vor allem die folgenden Matratzenarten ganz oder zumindest teilweise mit:

  • Federkernmatratzen
  • Kaltschaummatratzen
  • Latexmatratzen

 

Dabei sind es vor allem die Attribute wie Atmungsaktivität, der richtige Aufbau und die Fähigkeit, die Feuchtigkeit auf- und abzugeben, die eine Matratze dafür auszeichnen, starkes Schwitzen in der Nacht zu verhindern. 

Welche Art der Matratze nun für welchen Anwendungsfall genau geeignet ist, gilt es noch zu beleuchten. Zudem kann die beste Matratze auch nur mit dem passenden Bezug und Zubehör für eine optimale Regulierung des Schlafklimas sorgen. Auch die weiteren Möglichkeiten zur Schweißregulierung während des Schlafens sollte man zusätzlich noch in Betracht ziehen.

Welche Matratze sollte man wählen, wenn man nachts stark schwitzt 

Eine feuchtigkeitstransportierende Matratze ist nicht nur für stark schwitzende Personen wichtig. Auch für „Normalschläfer“ ist dies eine wichtige Eigenschaft, da unser Köper konstant während dem Schlafen Flüssigkeit abgibt. Genau dies sollte ihm auch ermöglicht werden – für ein angenehmes Schlafklima ist daher eine atmungsaktive Matratze sowie Bettwäsche unerlässlich.
Dabei muss das Zusammenspiel zwischen Matratze und Decke stimmen, sie müssen praktisch „atmen“ können. Als besonders prädestiniert für nächtliches Schwitzen haben sich demnach Federkernmatratzen erwiesen. Diese und weitere Matratzenarten sollen nun etwas genauer betrachtet werden – dabei soll vor allem auf deren Eignung, nächtliches Schwitzen zu verhindern, eingegangen werden.

Federkernmatratze bei nächtlichen Schwitzen

Federkernmatratzen bzw. Taschenfederkernmatratzen sind ideal für Menschen, die unter starkem nächtlichen Schwitzen leiden geeignet, da sie viel atmungsaktiver als andere Matratzenarten sind. Sie überzeugen dabei vor allem durch ihre ausgezeichnete Belüftung. So ist der Matratzenkern aus Stahlfedern aufgebaut, zwischen denen sich die Luft wie in einer Art Luftkissen befindet. Durch diesen Aufbau wird ein Wärmestau auf der Liegefläche zwischen Matratze und Körper vermieden. Zudem kann die Wärme optimal und Feuchtigkeit optimal über die Luft zwischen den Federn abtransportiert und so an die Umgebungsluft abgegeben werden. Das sorgt für ein angenehmes, luftiges Schlafklima. Die Luftzirkulation unter der Liegefläche wird dabei noch von den natürlichen Bewegungen im Schlaf begünstigt. Gleichzeitig wird so eine Staunässe und etwaige Schimmelbildung auch bei „Vielschwitzern“ innerhalb der Matratze vermieden.

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Bewertung: 4,5/5


Kaltschaummatratze

Gerade hochwertige Kaltschaummatratzen besitzen aufgrund ihrer Offenporigkeit eine gute Luftzirkulation und verfügen somit über eine hohe Atmungsaktivität. Dabei sollte allerdings wirklich Wert auf die Qualität des Kaltschaumes gelegt werden. Zudem ist es von Vorteil, wenn die Kaltschaummatratze einen zusätzlichen Luftkanal zwischen Körper und Matratze eingearbeitet hat. Dadurch wird bei Bewegungen ein Luftstrom erzeugt, der die Wirkung bei Federkernmatratzen nachahmt. Kaltschaummatratzen sind zudem für Personen geeignet, die nicht gerne tief in die Matratze einsinken und eher mittelweich bis mittelfest liegen.

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Bewertung: 4,5/5


Matratze aus Viscoschaum

Viscomatratzen sind für Menschen, die stärker schwitzen, eher weniger geeignet – vielmehr können sie das Schwitzen sogar verstärken. Von ihnen ist daher diesbezüglich abzuraten. So können sie beispielsweise im Vergleich zu einer Kaltschaummatratze die Feuchtigkeit eher schlecht abtransportieren. Die sorgt für einen richtigen Feuchtigkeits- und Wärmestau, vor allem in Verbindung mit einer Decke. Durch die thermoelastischen Eigenschaften des Viscoschaums sinkt man noch stärker in die Matratze ein, weshalb sich auch die Liegefläche erhöht. Dies wiederum erhöht die sich anstauende Wärme und man schwitzt noch mehr. Zudem entfalten sich die Vorzüge dieser Matratzenart erst bei 18 Grad Celsius. Hier ist man dann bereits am oberen Ende des Temperaturfensters, das für einen angenehmen Schlaf empfohlen wird. Daher sollten nur Personen, die generell eher weniger schwitzen, zur Viscomatratze greifen.

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Latexmatratze

Obwohl man es bei Latex zunächst nicht vermuten würde, aber Matratzen aus Latex haben ein hervorragendes Verhältnis von Feuchtigkeitsaufnahme zu -abgabe. Ähnlich wie die Federkernmatratze verfügt die Latexmatratze über viele kleiner Luftkammern, die für eine optimale Zirkulation der Luft sorgen. Dadurch kann aufgenommene Feuchtigkeit (beispielsweise Schweiß) schnell kondensieren und direkt wieder van die Umgebungsluft abgegeben werden. Latexmatratzen sind daher auch optimal für Menschen geeignet, die nachts dazu neigen, nachts viel zu schwitzen. Dennoch reicht ihre Atmungsaktivität nicht an die von Federkernmatratzen heran. Wer sich dennoch für eine Latexmatratze entscheidet, sollte deshalb darauf achten, dass zwischen Matratze und Boden genug Luft zirkulieren kann. Es empfiehlt sich zudem den Bettkasten offen zu halten.
Latexmatratzen haben zudem den großen Nachteil, dass sie vergleichsweise teuer sind. Vor allem Naturlatex ist ein eher teureres Produkt.

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Bewertung: 4,5/5

Zusätzliche Maßnahme bei starken Schwitzen: Gel Topper verwenden

Nicht nur die Wahl der passenden Matratze kann dabei helfen, nächtliches Schwitzen in den Griff zu bekommen. Weitere Vorteile kann man sich durch eine zusätzliche Matratzenauflage in Form eines Gel Toppers erhoffen. Der Topper besteht dabei aus einem offenporigen Gelschaum. Durch diese Struktur sorgt er zusätzlich für eine optimale Luftzirkulation. Dadurch ist gewährleistet, dass entstehender Schweiß kontinuierlich abgeführt wird. Somit wird erreicht, dass sich Bettlaken und Bettwäsche erst gar nicht mit dem Schweiß vollsaugen.
Matratzentopper verfügen zudem meist über einen Kern aus Kaltschau, der für eine stabile Basis sorgt. Dadurch sorgt er nicht nur für einen optimierten Feuchtigkeitstransport, sondern hilft auch dabei, die Wirbelsäule zu unterstützen. Ein Topper kann auch auf bereits vorhandene, weniger atmungsaktive Matratzenmodelle gelegt werden.

Wahl der richtigen Bettwäsche – welche Rolle spielt die Bettdecke

Auch die Decke hat einen großen Einfluss darauf, ob wir nachts viel schwitzen. So ist es auch bei der Wahl der Bettdecke entscheidend, dass diese Feuchtigkeit aufnehmen und möglichst schnell wieder an die Umgebung abgeben kann. Hierbei sollten Überzug wie auch Füllung entsprechend ausgeführt sein – analog wie bei der Matratze.


So hat man die Auswahl zwischen Ganzjahresdecken sowie speziellen Sommer- und Winterdecken. Diese sind grundsätzlich alle brauchbar, sollten aber auf die persönlichen körperlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Bei der Auswahl der Materialien hat man bei der Füllung die Wahl zwischen Daunen, Naturhaar oder synthetischen Fasern. Gerade bei natürlichen Materialien wie beim klassischen Daunenbett oder Kamelhaar hat man den Vorteil, dass hier ein natürlicher Temperaturausgleich stattfindet. Dadurch wird starkes Schwitzen von Grund auf vermieden.


Dennoch sollte hierbei die richtige Füllmenge beachtet werden. Je mehr Daunen in die Decke gefüllt werden, desto wärmer ist diese auch.


Passend zur Decke gilt es auch den passenden Bezug zu wählen. Auch dieser sollte atmungsaktiv sein und die Feuchtigkeit schnell aufnehmen und wieder weiterleiten. Denn wenn die Feuchtigkeit nicht zur Bettdecke durchdringen kann, kann diese auch nicht für die entsprechende Feuchtigkeits- und Temperaturregelung sorgen. Gerade Mikrofaserstoffe fühlen sich oft gut an und erzeugen ein bequemes Liegegefühl, können aber von der Atmungsaktivität her nicht überzeugen. Deutlich besser geeignet sind dagegen Stoffe aus Polypropylen, Seide, Tencel oder Viskose. Gerade Seide erzeugt auf der Haut ein angenehm kühlendes Gefühl.


Als Tipp für tropische Sommernächte: Auch hier wollen wir trotz der heißen Temperaturen nicht gänzlich auf die Bettdecke verzichten. Daher empfiehlt es sich hier nur ein dünnes Laken, ohne Füllmaterial als Bettdecke zu verwenden.

Das richtige Kopfkissen bei Nachtschweiß

Neben der Bettdecke kommt auch dem Kopfkissen eine wichtige Rolle zu, um nächtliches Schwitzen erfolgreich zu reduzieren. So sind es vor allem der Kopf- und Halsbereich, der bei starkem Schwitzen häufig betroffen ist.


Ähnlich wie bei der Bettdecke bieten sich für den Kopfkissenbezug Materialien wie Seide, Tencel, Lyocell oder Polypropylen an. Oft werden Bettenbezüge sowieso als ganze Sets für Decke und Kopfkissen verwendet.


Bei der Füllung schwören viele auf Rosshaar oder klassische Daunen bzw. Federn, da diese für einen optimalen Feuchtigkeitsabtransport sorgen.
Allergiker oder Personen, die Naturmaterialien eher nicht vertragen, können alternativ auch auf ein Technogel Kissen setzen. Dies stützt den Kopf- und Nackenbereich nicht nur hervorragend, sondern sorgt auch für eine natürliche Kühlung. Dies wiederum drosselt die Schweißabsonderung des Körpers.

Wahl der passenden Schlafkleidung

Auch die Schlafkleidung wie Schlafanzug, T-Shirt oder Nachthemd sollten aus einem atmungsaktiven Material gefertigt sein. Generell sollte der Schlafanzug nicht zu üppig ausfallen. Also lieber einen Schlafanzug aus einem dünneren Material mit kurzem Schnitt tragen als zum gefütterten Modell zu greifen. Kurze und leichte Baumwollkleidung oder atmungsaktive Sportkleidung eignen sich hier daher besonders.

Weitere Maßnahmen um nächtliches Schwitzen zu vermieden

Neben der Wahl der richtigen Materialien von Matratze, Bettdecke, Schlafanzug, Kopfkissen und Bettüberzüge gilt es noch die richtige Schlafumgebung zu schaffen. So sollte rund eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen noch mal ausgiebig gelüftet werden, um so für genügend Sauerstoff und eine angemessene Temperatur zu sorgen. Wer in einer ruhigen Gegend wohnt, kann das Fenster nachts auch gekippt lassen. Dies sorgt für kontinuierliche Frischluftversorgung. Im Sommer dagegen sollten die Fenster über den gesamten Tag geschlossen bleiben und nur abends, nachts oder am Morgen, wenn es abgekühlt hat, geöffnet werden. Zusätzlich können hier weitere Tipps und Tricks dabei helfen, auch in tropischen Nächten gut ein- und durchzuschlafen. (Verlinkung zu Text setzen?)
Daneben sind es auch die persönlichen Verhaltensweisen, die nächtliches Schwitzen fördern. So sollten beispielsweise Koffein und Alkohol nur in geringen Mengen getrunken werden. Gerade Alkohol sorgt für eine erhöhte Schweißproduktion und sollte ganz vermieden werden. Abends sollte die Flüssigkeitszufuhr generell etwas gedrosselt werden. Ansonsten sollten Wasser, ungesüßte Tees (z. B. Salbei) oder leichte Fruchtsaftschorlen gewählt werden.

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Christopher

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